28. Mai 2020

Geschäftsmodelle kostenloser Apps

Zahlreiche Apps können sich die Nutzer kostenlos herunterladen. Doch wie finanzieren sich diese kostenlosen Apps? Verschiedene Möglichkeiten und Geschäftsmodelle erfahren Sie hier!

Elena Di Gianvittorio

4 Minuten zum lesen

Eine App entwickeln zu lassen, diese zu vermarkten und regelmäßig zu aktualisieren, ist zeit- und vor allem kostenintensiv. Um die Investitionskosten der App-Entwicklung auszugleichen, gibt es unterschiedliche Geschäftsmodelle. Es lassen sich zwei grundlegende Arten voneinander unterscheiden. Zum einen die Apps, für die der Nutzer bezahlen muss, um sie herunterzuladen und zu installieren. Hier verdient der App-Anbieter entweder bereits durch den Download Geld, oder regelmäßig durch ein Abo, das der Nutzer bezahlt. Aus einer Studie geht jedoch hervor, dass der Großteil der Smartphone-Nutzer kein Geld für das Downloaden von Apps ausgibt. Die zweite Möglichkeit ist, die mobile Anwendung zum kostenlosen Herunterladen anzubieten. Hierbei kommen andere Arten von Geschäftsmodellen zum Einsatz, mit denen App-Entwickler dennoch Geld verdienen.

Grafik mit Überblick zur Höhe von Aufgaben für AppsVerteilung der Ausgaben für den Kauf von Smartphone Apps in Deutschland (Quelle: Statista)

Geschäftsmodelle der kostenlosen Apps

Viele App-Entwickler bieten ihre Anwendungen im Apple App Store oder dem Google Play Store kostenlos an. Die Geschäftsmodelle, die diesen Apps zugrunde liegen, lassen sich grob in fünf Kategorien einteilen:

Kundenbindung steigern

Die App verbessert oder vereinfacht den angebotenen Service und steigert das Ansehen des Unternehmens. Bestehende Kunden entwickeln eine stärkere Bindung und das Unternehmen kann neue Kunden hinzugewinnen. So trägt die mobile Anwendung zu einer höheren Verkaufszahl bei.

Finanzierung durch Werbung

Einige Anbieter verdienen ihr Geld, indem sie Werbefläche verkaufen. Vor allem Apps mit vielen Nutzern, wie YouTube, profitieren von diesem Geschäftsmodell. Für die User sind alle Funktionen kostenlos zugänglich. Als App-Anbieter gilt es sicherzustellen, dass App-Nutzer die Werbung nicht als zu störend empfinden. Dies führt gegebenenfalls zu Ablehnung und sinkenden Nutzerzahlen. Gezahlt wird die App in diesem Fall von Dritten, die ihre Werbung dort schalten.

Beispiel für In-App Werbung vor einem YouTube VideoWerbung vor einem YouTube Video

Kostenlos downloaden aber später bezahlen

In vielen Anwendungen ist es möglich sogenannte In-App-Käufe zu tätigen, also sich bestimmte Features dazuzukaufen. In-App-Käufe sind freiwillig und Nutzer können sie im Voraus deaktivieren, um nicht versehentlich Geld auszugeben. Anders ist es, wenn App-Entwickler nur eine Basisversion der App kostenlos zur Verfügung stellen. Bei diesem sogenannten Freemium Modell kann der User die App kostenlos testen. Er muss aber spätestens dann zahlen, wenn er die volle Funktionsfähigkeit der App nutzen möchte.

Nutzerdaten als Zahlungsmittel

Viele Apps fordern den Zugriff auf Daten, wie den Standort oder die Kontakte aus dem Telefonbuch an. Oft sind es auch Daten, die für die eigentliche Nutzung der App nicht relevant sind. App-Anbieter sammeln diese User Daten und verkaufen sie weiter an andere Unternehmen. Mit dem steigenden Gebrauch von Daten als Zahlungsmittel steigt auch die Relevanz des Datenschutzes in online Märkten. Als Anbieter ist es wichtig, gegenüber seinen Nutzern Transparenz zu schaffen. Den App-Usern muss klar sein, welche Zugriffsrechte sie der Anwendung bei der Nutzung erteilen.

Abfrage der Login-Daten in der Facebook AppAnmeldung in der Facebook App

Unternehmensinterne Apps

App-Entwickler können auch mit mobilen Anwendungen, Geld verdienen, die sie nicht veröffentlichen. Software-Dienstleister digitalisieren und vereinfachen die Abläufe und Prozesse innerhalb des Unternehmens. Dieses profitiert dann langfristig von der Investition.

Welches Geschäftsmodell ist das richtige?

Eine Studie der App Analyse Plattform „App Annie“ zeigt, dass In-App-Käufe und -Anzeigen, vor allem im Bereich der Spiele eine beliebte Methode sind.

Grafik zu beliebten Geschäftsmodellen bei AppsBeliebte Monetarisierungsmethoden bei Apps (Quelle: App Annie)

Die Auswahl des richtigen Geschäftsmodells hängt von Faktoren, wie der Zielgruppe, der Art der App und der Branche ab. Auch die Anzahl der Nutzer kann Einfluss darauf nehmen, ob ein gewähltes Geschäftsmodell ausreichend profitabel ist oder nicht. Werbung zu schalten lohnt sich beispielsweise, wenn eine hohe Anzahl an Usern die App regelmäßig nutzen. Die Festlegung auf ein Geschäftsmodell sollten Sie vor der Veröffentlichung im App Store beziehungsweise Play Store gut durchdenken. Solange ein gutes App-Konzept besteht, gibt es ausreichend Möglichkeiten, Ihre mobile Anwendung zu finanzieren.

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