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Irmak Ali - 21. February 2018 - 12 Minuten fürs Lesen


Mobile Apps, ob hybrid oder nativ, sind heutzutage allgegenwärtig. Die mobile App Entwicklung gewinnt zunehmend Bedeutung in der deutschen Wirtschaft (vgl. Krah 2017). Egal, ob Organisations-, Planungs-, Spiele-, Strategie- oder Produktivitäts-Apps, sie sind nicht mehr aus dem Geschäfts-Alltag wegzudenken.
So ergeht es vielen Unternehmen. Vor allem die Kompanien, die eigene interne Apps zur Erleichterung der Arbeit und internen Kommunikation entwickeln oder entwickeln lassen, erzielen schnelle Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen. Hierfür sind Enterprise App Store von Vorteil.

Nutzung in der Praxis

Bekannte Beispiele für selbst entwickelte Unternehmens-Apps sind von PepsiCo und CTV. So gibt PepsiCo ihren Ladeninhabern die Möglichkeit durch ihre iOS App die Lieferung der nächsten Produkte zu erfassen und weitere zu verwalten.

Die Reporter des kanadischen News-Senders CTV nutzen auch ihre eigene App zum Übertragen von Videos und Fotos in die Zentrale (vgl. Mengel 2013).

Doch für den Erfolg einer unternehmensinternen App ist die Entwicklung eines der benötigten Bausteine. Die App muss im Unternehmen verbreitet und den Mitarbeitern möglichst einfach zugänglich gemacht werden. Dies kann über den sogenannten Enterprise App Store erfolgen.

Enterprise App Store

Der Enterprise App Store ist ein Web Portal oder eine HTML-basierte mobile App für iOS, Android oder Windows. Das Betriebssystem wird je nach App-Art des Unternehmens ausgewählt. Durch diesen Store haben die Endnutzer Zugriff auf Software Anwendungen, die durch das Unternehmen anerkannt und eingesetzt werden. Auch ist es unter Mobile App Management (MAM) bekannt. Darunter ist das Bereitstellen und Verwalten unternehmenseigener mobiler Software auf persönlichen mobilen Endgeräten zu verstehen. Heißt: die Mitarbeiter einer Firma können ihr eigenes Smartphone am Arbeitsplatz nutzen und damit auf den Enterprise App Store zugreifen.

Zudem wird die Nutzung der mobilen Anwendungen durch ein Application Lifecycle Management (ALM) verfolgt. Hier können die Unternehmensinternen mobilen Applikationen auf eigene, von den Mitarbeitern mitgebrachte mobile Geräte heruntergeladen und installiert werden. Dieses wird auch als BYOD (Bring your own Device) bezeichnet.

Das Portal ist für externe sowie interne Mitarbeiter. Diejenigen, die auswärts arbeiten beispielsweise Handels- und Servicepartner sind, werden also miteinbezogen. Folglich muss beim Mobile App Management neben der Möglichkeit des BYOD auch das Verwalten, Bereitstellen, Aktivieren und Kontrollieren der mobilen Devices vorhanden sein. Dieser Prozess ist unter dem Begriff Mobile Device Management (MDM) bekannt. Zwar sparen die Unternehmen so Geld und müssen keine eigenen mobilen Geräte zu Verfügung stellen, allerdings sind hier hohe Sicherheitsvorkehrungen notwendig, da alle verwendeten Geräte der BYOD-Nutzer sowohl privat als auch beruflich genutzt werden. Dadurch ist es viel umständlicher unternehmensinterne Informationen sicher und geheim zu halten. Beispielsweise dürfen deswegen keine unternehmensinternen Apps installiert werden, die auf den Kalender oder persönliche Informationen wie Bilder, Videos usw. zugreifen könnten, da so auch die Privatsphäre der Mitarbeiter verletzt wird.

Dies kann allerdings hinderlich bei Terminplanungen und der allgemeinen Nutzung des Gerätes sein, da es manche Funktionen erheblich einschränkt. Außerdem müssen alle Geräte im System erfasst werden um den Zugang zu den Unternehmensinhalten zu erhalten und die entsprechenden Rollen und Rechte verteilen zu können. Dafür ist es erforderlich, dass die Gadgets allen erforderlichen Richtlinien entsprechen.

Die Idee für den Enterprise App Store kam von den nutzerorientierten Google Play Store sowie dem App Store von Apple.

Was ist für einen guten Enterprise App Store (EAS) nötig?

Ein guter, erfolgversprechender Enterprise App Store sollte verschiedenste Aspekte bieten und enthalten um ein Unternehmen optimal die Arbeit zu erleichtern:

Die Bedienung sollte unkompliziert für den Endnutzer sein, sodass es beispielsweise eine intuitiv-bedienbarer Verwaltungs- und Bedienungspult vorhanden ist, der jede angebotene App schützt und über den kompletten Lebenszyklus der App sicherstellt.
Außerdem sollte es eine Vorschau der App, Rezensionen und eine Beschreibung mit Feedback von anderen Nutzern geben, um einen einfachen Überblick über sie zu beschaffen.

Des Weiteren sollte der Enterprise App Store Push-Nachrichten anbieten, damit Nutzer beispielsweise auf Updates aufmerksam gemacht werden können, auch wenn sie die App gerade nicht benutzen. Ergänzend hierzu ist die regelmäßige Pflege von den Enterprise Apps sehr wichtig. Aktualisierung sind hier das A und O.

Die App sollte darüber hinaus die genutzten Endgeräte im Unternehmen unterstützen, da sonst Probleme beim Download von neuen Anwendungen auftreten könnten.

Ein guter EAS sollte ein Login/Registrierung für Mitarbeiter haben, da so die Rollen mit ihren richtigen Rechteverteilungen für bestimmte Applikationen einfach vergeben werden. Hierbei würde ein Single-Sign-on den Prozess vereinfachen, da nur eine einmalige Anmeldung nötig wäre.

Enterprise App Store Blogpost

Nutzen für das Unternehmen

Der firmeneigene App Store und das Anbieten einer unternehmenseigenen Software bzw. Applikation über den App Store bietet den Unternehmen viele Vorteile:

  • Übersicht und Kontrolle über die Software Lizenzkosten sowie Nutzung der Applikationen – Da Nutzer der App bekannt sind, kann Missbrauch vermieden werden.
  • Kontrolle über die genutzten Apps und dadurch entstehenden Kosten durch Mitarbeiter.
  • Hohe Sicherheitskontrolle – Schutz vor Viren und Malware
  • Feedback kann direkt an die IT zur Weiterentwicklung oder Verbesserung der Applikation weitergegeben werden, welches zu einem stetigen Ausbau der App führt.
  • Teambildungsmaßnahmen in der IT-Customization: es besteht die Möglichkeit, die Nutzer an der Entwicklung des App Stores teilhaben zu lassen. Sie können ratsame Tipps geben, indem sie genau ihre eigenen Anforderungen kennen sowie das Budget durch ihr eigenes Kaufverhalten beeinflussen.
  • Motivationsschub für Mitarbeiter: durch die gemeinsame Nutzung interner Applikationen fühlen sich Mitarbeiter verbunden und zugehörig. Zudem kann durch die Nutzung die Ausführung der Arbeit erleichtert werden.
  • Ein Teil einer gesamten Anwendungsstrategie, nicht nur als Infrastruktur.

Entwicklung

Um den Mitarbeitern die mobile App zur Verfügung zu stellen, können die Unternehmen die Enterprise App Stores entweder selbstständig aufbauen oder bereits vorhandene Produkte nutzen, die beim Aufbau eines firmeneigenen Stores helfen. Dazu gehören Symantec, VMware und Citrix Systems. Ein Beispiel dafür ist der Relution Mobilizing Enterprises. Damit kann ein Unternehmen einen eigenen individualisierten Enterprise App Store einbauen. Zudem enthält es bereits die rechtlichen Datenschutzbestimmungen.

Es bestehen allerdings weitere Möglichkeiten, die App zu veröffentlichen. Es kann in einem publiken App Store hochgeladen werden, von dem die Mitarbeiter die App dann auf ihr eigenes Device herunterladen. In diesem Fall braucht ein Unternehmen keine eigene Infrastruktur. Die Entwickler und Programmierer müssen sich nicht um die Technik zur internen Verbreitung der App kümmern und eine öffentlich zur Verfügung stehende App kann einen guten Einfluss auf das Unternehmensimage haben. Das erspart selbstverständlich hohe Kosten, da die eigene Entwicklung entfällt.

Enterprise Apps im App Store

Allerdings kann es auch ein Nachteil sein, wenn die App auf öffentlichen Stores anzubieten. Sie könnten beispielsweise von jedem fremden Nutzer heruntergeladen werden. Dadurch können interne Informationen in die Öffentlichkeit gelangen. Somit ist das Thema Mobile Security im App Store oder Google Play Store nicht so ausgeprägt wie in einem Enterprise App Store.

Außerdem sind die Mitarbeiter gezwungen aus großen Mengen von Apps die richtige zu finden. Trotz direkter Links zu den Apps, können E-mails mit diesen verloren gehen und an externe Personen geschickt werden.

Beim Launch gibt es auch verschiedene Punkte, die betrachtet werden müssen. Beim Veröffentlichen der App ist der Prozess bei iOS Apps komplizierter als bei Android, da die Anwendungen erstmal von Apple überprüft werden müssen, was mehr Zeit benötigt und somit auch Geld kostet. Bei Verbesserungen oder Veränderungen der Apps muss Apple sie ebenfalls überprüfen und verifizieren. Erst nach diesem Prozess können diese dann durchgeführt werden.

Wenn die App für Android ist, kann die Anwendung über den Google Play Private Channel veröffentlicht werden. Hier können die Apps privat hochgeladen und nur über den managed google play store veröffentlicht werden. Für mehr Informationen dazu, klicken Sie hier.

Es gibt aber bisher nichts vergleichbares für iOS. Daraus resultierend ist die Nutzung dieser Möglichkeit nur logisch, wenn das Unternehmen ein Konto für Google Apps for Business, Education oder Government nutzt (vgl. Kobylinski 2017).

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, wie ein Geschäft ihre IT-Customization ausbaut.

Schlussendlich entscheidet das Unternehmen selbst, wie die eigene App den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wird. Ein Enterprise App Store bietet jedoch eine einfache Möglichkeit, das gesamte Unternehmen zu erreichen. Die App befindet sich geschützt in einer Datenbank und der EAS kann entweder selbst vom Unternehmen oder mit Hilfe individualisierbarer Musterlösung gebaut werden. Welches der verschiedenen Möglichkeiten das Unternehmen gebräuchlich macht, ist jedoch die Frage des Aufwandes, dass die Firma auf sich nehmen möchte. Dabei sollten jedoch die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten beleuchtet und in Abstimmung darauf die Entscheidung gefällt werden.

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