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Sarah Miedreich - 27. November 2018 - 8 Minuten fürs Lesen


Apps gewinnen immer mehr an Bedeutung durch den “always-on Status” der Smartphones. Derzeit sind im Google Play Store rund 2,53 Millionen Apps verfügbar. Diese Zahl veranschaulicht den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Welche Taktik kann dabei helfen Ihr Produkt von Beginn an konkurrenzfähig zu machen? Die Lean Startup Methode von Silicon-Valley-Entrepreneur Eric Ries, bietet ein geeignetes Konzept für die Software- und App Entwicklung. Zu dem Lean Startup Gedanken zählt unter anderem das MVP.

Definition: Was ist ein MVP?

“That version of a new product which allows a team to collect the maximum amount of validated learning about customers with the least effort.” Eric Ries

Die Abkürzung MVP steht für den englischen Begriff “minimum viable product” und kann als “kleinstmöglich realisierbares Produkt” ins Deutsche übersetzt werden. Was bedeutet das? Das kleinstmögliche Produkt enthält die notwendigsten Features, damit der eigentliche Zweck erfüllt wird, um es zu veröffentlichen und ggf. bereits zahlende Kunden zu akquirieren. Es werden nur so viele Funktionen eingebaut, damit die ersten Anwender es reibungslos nutzen können und zufriedengestellt sind. Die MVP Entwicklung erfolgt demnach nach dem KISS-Prinzip (keep it short, stupid).

Ein MVP hat drei Hauptmerkmale:

  • Es besitzt genügend Wertigkeit: Die Nutzer sind bereit es zu verwenden bzw. zu kaufen und das Produkt schafft einen Mehrwert.
  • Es zeigt genügend Zukunftsnutzen, um die “Early Adopters” zu halten.
  • Es bietet eine Feedbackschleife, die die weitere Entwicklung steuert anhand konkreter Kundenanfragen.

Das Ziel der Lean Startup Methode ist, das Produkt schnellstmöglich zur Marktreife zu führen. Nach der Veröffentlichung wird Feedback potenzieller Kunden eingeholt und für die Weiterentwicklung des MVP genutzt. Der endgültige, vollständige Funktionsumfang wird ausschließlich unter Berücksichtigung des Feedbacks der ersten Produkt-Nutzer entworfen und entwickelt.

Lean Startup Methode - MVP

Gründe für die Entwicklung eines MVP

Großer Vorteil bei der MVP Methode ist die Möglichkeit Ressourcen wie Zeit und Geld zu sparen.
Mithilfe eines MVP Konzepts können Fragen schnell, agil und effizient geklärt werden, die über den Erfolg der Anwendung entscheiden: Ist die Idee marktreif? Welche Features sind sinnvoll? Was will der Kunde? Funktioniert das Produkt überhaupt?

Der Hauptgrund für das Entwickeln eines Minimum Viable Product (MVP) ist demnach das Minimieren von Risiko. Mit dem MVP wird mithilfe der agilen Scrum-Methode schrittweise ein Konzept getestet. Damit wird eine Fehlentwicklung und damit Kosten vermieden. Mit dem frühen Markteintritt wird schnell evaluiert, ob die Idee und das Produkt am Markt überhaupt eine Chance hat.

Ein weiterer Vorteil ist, dass für die meisten MVP in der Regel wenig Zeit aufgewendet wird. Oft reichen zwei bis drei Monate von der Idee bis zur Veröffentlichung des MVP. Es gibt einige Baukästen, die eine grobe Entwicklung von Webanwendungen ermöglichen, um die Produkteigenschaften der MVP Software testen zu können.

Problemstellungen bei der Entwicklung ganzheitlicher Produkte:

  • Aufwändige Planungs- und Konzept-Phase.
  • Hoher Ressourcenaufwand: Die Entwicklung benötigt viel Zeit und Budget. Fehlende Ressourcen führen zu mangelhaften Anwendungen.
  • Fehlender Nutzen: Es existieren keine Feedbackschleifen. Missachtung der Kundenbedürfnisse führt zu einem Misserfolg des Software-Produktes. “Die Software wurde am Kundennutzen vorbei entwickelt.”

Was unterscheidet MVP vom fertigen Produkt?

Scrum Methode


MVP - Scrum Prozess

Der grundlegende Unterschied zwischen einer MVP Entwicklung und einer Entwicklung eines fertigen Produkts, ist die iterative Vorgehensweise. Schrittweise wird das Produkt durch eingebaute Feedbackschleifen um weitere Features erweitert. Verwendet wird die Scrum-Methode, die zum agilen Projektmanagement zählt. Bei einem fertigen Produkt werden direkt alle Features eingebaut und das vollwertige Endprodukt im Store vermarktet. Bei einer MVP Software oder App beschränkt sich die Entwicklung anfangs auf die notwendigen Anforderungen und Eigenschaften, die den Zweck des Produktes erfüllen und eine reibungslose Nutzung ermöglichen. Das Minimum Viable Product (MVP) wird im Rohzustand gelauncht und mithilfe von Kundenfeedback schrittweise optimiert.

Iteratives Vorgehen


MVP - Build Measure Learn Loop

Dieser Prozess wird als Validated Learning bezeichnet und ist Teil der Lean Startup Methode. Das Modell veranschaulicht den Feedback-Zyklus und enthält die Elemente “Build”, “Measure” und “Learn”. Das Produkt-Feature wird entwickelt, von Nutzern getestet und das Feedback ausgewertet. Dieses gewonnene Wissen wird für den nächsten Sprint genutzt.

Das Ziel des Build-Measure-Learn Ansatzes ist nicht ein finales marktfähiges Produkt, sondern durch schrittweise und iterative Entwicklung zu lernen. Die Zyklen werden so reduziert wie möglich gehalten, um anhand von Kundenfeedback schnelle und kostengünstige Änderungen zu ermöglichen.

Fazit

Ein schneller und preiswerter App-Launch ist heutzutage wichtiger denn je, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Eine erfolgversprechende Lösung bietet hierbei die Entwicklung eines MVP. Das Minimal Viable Product setzt sich zusammen aus den wichtigsten Features, um den Erstanwender zufriedenzustellen. Es muss außerdem einen Zukunftsnutzen bieten, um den Early Adopter halten zu können. Nach dem Launch der App oder Software wird das Produkt mithilfe von Feedback-Schleifen weiter optimiert. Ziel von der Lean Startup Methode ist nicht die Entwicklung eines vollwertigen Produkts, sondern das “Lernen” anhand der iterativen Entwicklung.

Bei Fragen zu einer erfolgreichen MVP-Entwicklung melden Sie sich. Unser Experten-Team hilft Ihnen gerne weiter!

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