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Anna-Maria Schmider - 28. April 2017 - 10 Minuten fürs Lesen


Mobile Internetnutzung: Nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken

Mobiles Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei sind Banking Apps oder auch Apps für Video Streaming, Shopping, Navigation oder Kommunikation mittlerweile gang und gäbe.

Im Jahr 2016 waren rund 58 Millionen Menschen in Deutschland online, sowohl mobil als auch stationär. Dies entspricht 84% der deutschen Bevölkerung und steigt zudem, mit einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf.

Bei der mobilen Internetnutzung sieht es folglich nicht anders aus, denn auch die Nutzung mobiler Endgeräte mit Internetverbindung nimmt stetig zu. Genauere Zahlen lassen sich aus der untenstehenden Tabelle entnehmen, welche aus der Statistik über mobile Internetnutzung in Deutschland von 2011 bis 2016 stammen.

2015 2016
Mobile Internetnutzung (gesamt) 56% 63%
Mobile Internetnutzung über Smartphone/Tablet 50% 56%

Dabei ist das Smartphone 2016 das meistgenutzte Endgerät, um Internetzugang zu erlangen. Fast jeder 14- bis -29-Jährige nutzt es für solche mobilen Dienstleistungen. Insbesondere unterwegs wird das Smartphone massenhaft genutzt, ob im Restaurant, in der Bahn, bei Freunden oder auf der Arbeit – der mobile Internetzugriff gehört zum Alltag.

Vor allem die Möglichkeit auf Kommunikation von jedem Standort aus und zu jeder beliebigen Zeit spielt bei der mobilen Internetnutzung eine große Rolle: hier lassen sich Whatsapp und Facebook als gute Beispiele nennen. Denn diese sind die meistgenutzten Kommunikationsdienste in Deutschland. Im Jahr 2016 war jeder Fünfte in Deutschland täglich auf Facebook, sogar knapp 50% der deutschsprachigen Bevölkerung nutzte täglich Whatsapp. Danach folgen Instagram und Snapchat.

Mehr Daten zu der Internetnutzung in Deutschland können Sie auch in der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 nachlesen.

Diese digitalen Entwicklungen und Trends treiben damit auch die Entwicklerbranche stark voran. Programmierer, Webentwickler und Webdesigner stehen vor neuen, aber sehr spannenden Herausforderungen. So entwickeln sich aus den Gesellschaftstrends der mobilen Nutzung weitere innovative Trends für die Mobilbranche.

Mobile First: Trend in der App Branche

Bevor sich der Trend hin zu Mobile First entwickelte, lag der Fokus bei der Entwicklung von Websites hauptsächlich darin, diese für stationäre Desktops zu optimieren. Somit sprach man hier noch von Web First beziehungsweise Desktop First. Anfänglich musste das Design aufgrund der langsamen Internet-Geschwindigkeit schlicht gestaltet werden, doch mit der rasanten Entwicklung des Internets und der wachsenden Geschwindigkeit nahmen die Möglichkeiten für Design und andere Funktionalitäten stetig zu.

mobile-first

Durch die Entwicklung mobiler Endgeräte wie Laptops, Tablets und Smartphones (wie z.B. iPhones/iPads) und den starken Zuwachs der mobilen Internetnutzung stiegen auch die Möglichkeiten mobiler Datenverbindungen. Folglich reichen Webseiten für stationäre Bildschirme nicht mehr aus, da sie nun auch an die mobilen Endgeräte angepasst werden müssen. Der Trend geht sogar noch weiter: Größtenteils werden zunächst mobile Dienstleistungen/Applikationen entwickelt und anschließend darauf basierend eine Website für den entsprechenden Service generiert. Im Hinblick auf die rasanten Veränderungen in dieser Branche kann es auch durchaus vorkommen, dass es von manchen Dienstleistungen keine Web-Versionen mehr gibt. Hier lässt sich zum Beispiel die Dating App Tinder nennen. Dieser besagte Trend ist unter dem Namen Mobile First bekannt.

Definition von Mobile First

Mit dem Begriff Mobile First verbindet man ein neues Verständnis und Konzept in Webentwicklung und Webdesign: So wird hier von der kleinsten Layout-Version bis hin zur größten gearbeitet. Dies bedeutet, dass die Konzeption von Websites für mobile Endgeräte zuerst erfolgt. Anschließend beschäftigt man sich gegebenenfalls mit der Entwicklung der klassischen Websites für den Desktop und anderen Erweiterungen. Dabei wird die klassische Website an die der mobilen Endgeräte angepasst (Stichwort Responsive Design), um die Benutzerfreundlichkeit (Usability) auch hier zu optimieren.

Um zusammenfassend den Unterschied zwischen Mobile First und dem genannten Responsive Design deutlich zu machen, folgt hier noch eine kleine Definition:

  1. Mobile First als eine App Entwicklungs-Strategie
  2. Responsive Design als Strategie von Mobile First

Bekannte Beispiele dafür sind Whatsapp oder Instagram, welche zu der Kategorie der Kommunikations-Apps zählen. Der Fokus der Entwicklung lag hier vor allem auf den Applikationen, erst später wurden einfache, reduzierte Websites entwickelt.

Entwicklungsprinzip von Mobile First

Folglich ändert sich bei der Verwendung von Mobile First auch der Konzipierungs- und Entwicklungsprozess. Um die gewünschten Inhalte für mobile Websites darstellen zu können, muss eine optimale Auswahl der Themen erfolgen, da hier für kleinere Bildschirme entwickelt wird. Aufgrund dessen werden die Entwürfe für Websites direkt und von Anfang an für Bildschirme der mobilen Endgeräte wie Smartphones (iPhones, Samsung, HTC, usw.), Tablets, iPads und Laptops konzipiert. Die Content-Auswahl der Website muss dabei auf das wichtigste beschränkt werden. Was die Entwicklung anbelangt, wird nicht mehr programmiert als nötig ist, um das Maximale im Hinblick auf die Funktionalität zu erreichen. Bei der Konzipierung mobiler Websites können dabei folgende Fragen gestellt werden, um ein optimales Ergebnis zu erlangen:

  1. Wie sieht das Kernthema der Website aus?
  2. Was sind die wichtigsten Elemente der Website, welche Inhalte sind essentiell?
  3. Welche Faktoren müssen unabdingbar auf Desktops und welche auf mobilen Endgeräten funktionieren?

Web Design Tools

Bei der Entwicklung von mobilen Websites ist Responsive Design ein sehr wichtiger Faktor. Dies bedeutet, dass die jeweilige Website je nach Art des Endgerätes und der Bildschirmgröße unterschiedlich dargestellt wird. Dies hat wiederum eine positive Auswirkung auf die mobile User Experience, da so ein optimales Nutzererlebnis geschaffen wird. Zur Erreichung eines Responsive Designs sind gute Web Design Tools von großer Bedeutung. Dafür werden HTML5 und CSS3 (Bootstrap) genutzt, bei welchem sogenannte Media Queries zur Verfügung gestellt werden. Diese ermöglichen es, Informationen wie zum Beispiel die Bildschirmgröße oder die Auflösung vom jeweiligen Device abfragen zu können. Bei der Umsetzung eines Responsive Designs ist es außerdem wichtig, dass das Layout und der Inhalt einer Website klar getrennt sein müssen, um eine optimale Funktionalität des Responsive Designs zu gewährleisten.

Vorteile von Mobile First

Viele Trends, insbesondere in der digitalen Branche, brauchen Zeit, um implementiert zu werden und in der Gesellschaft vollständig anzukommen. Dabei sehen es einige zudem als zu aufwändig an, da neue Kompetenzen und Kenntnisse notwendig sind, um bei dem Trend mithalten zu können.

Der Trend des Mobile First und die damit verbundene Strategie des Responsive Designs haben sich allerdings bereits in der Welt der Programmierer und Webdesigner etabliert und bietet viele Vorteile:

  1. Zeitsparend bei der Entwicklung: es kommen nur die wichtigsten Elemente auf die Seite. Die mobile Optimierung findet bereits bei der Konzeption statt
  2. Dem Trend folgen und somit up-to-date sein
  3. Eine responsive Website (mit einfacher Struktur) kann leichter an neue Entwicklungen angepasst werden als klassisch programmierte Websites

Doch nicht nur im Hinblick auf die Programmierung bietet der Trend des Mobile First Vorteile. Auch für das Suchmaschinenmarketing (SEO) kann die Verwendung des Responsive Designs von wichtiger Bedeutung sein. Denn durch die damit verbesserte mobile User Experience, erhöht sich auch die Verweildauer der Nutzer auf der mobilen Website. In Verbindung hierzu geht auch die Bounce Rate (Absprungrate) zurück, da die User den Besuch der Website als benutzerfreundlich ansehen. Dies kann positive Auswirkung auf das Ranking bei der Googlesuche mit sich bringen.

Fazit

Durch die rasante Entwicklung im Hinblick auf die mobile Internetnutzung nimmt der Trend des Mobile First einen immer höher werdenden Stellenwert in dieser Branche ein. Denn dadurch können die jeweiligen Websites direkt für mobile Devices optimiert werden, woraus folglich ein positives Nutzererlebnis resultiert und auch die Programmierung zeitsparend optimiert wird.

Somit bringt Mobile First sowohl für die Entwicklung als auch für die letztendliche Nutzung von mobilen Websites einige Verbesserungen mit sich.



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