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Anna-Maria Schmider - 11. April 2017 - 12 Minuten fürs Lesen


Apps sind nicht gleich Apps!

Wenn die Rede von Apps ist, so spricht man allgemein von Anwendungsprogrammen für mobile Endgeräte. Diese bieten dem Nutzer einen gewissen Mehrwert und unterstützen ihn somit in den verschiedensten Bereichen. Dabei lassen sich zum Beispiel Apps nennen, die die Erledigung bestimmter Aufgaben erleichtern. Dies zeigt auf, dass die Nutzer meist nach der App-Funktion und Kategorie unterscheiden. Hierbei ist die Vielfalt der Bereiche enorm hoch, wodurch nahezu alle Bedürfnisse der User gestillt werden. So reicht die Bandbreite an Apps von Spielen über Unterhaltung bis hin zu Kommunikationsanwendungen.

Bei den Programmierern und Entwicklern werden die Apps allerdings noch weiter differenziert als nur im Hinblick auf Funktion und Kategorie. Vielmehr stehen hier die verschiedenen App-Arten und deren Eigenschaften im Fokus. Dabei wird zwischen Web Apps, Hybriden und Nativen Apps unterschieden.

Doch wodurch unterscheiden sich überhaupt die einzelnen App-Arten?
Dies erklären wir kurz im Folgenden.

Web Apps

Web Apps sind reine Online Apps, also Webseiten, die von den verschiedensten Endgeräten erkannt werden. Bekannt sind diese Apps auch unter der Bezeichnung HTML5 Apps, welche hauptsächlich im Browser laufen und plattformunabhängig sind. Dies wird durch den Fortschritt der Smartphones ermöglicht, da mittlerweile jedes dieser Geräte einen Internet-Browser besitzt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die entsprechenden Inhalte der App von einem Web-Server kommen müssen. Zudem lassen sich Web Apps unabhängig vom Betriebssystem nutzen und sind sowohl schneller als auch kostengünstiger realisierbar als andere App-Arten. Allerdings tritt hier das Problem auf, dass sich Smartphone-Funktionen, wie zum Beispiel die Kamera oder InApp-Käufe, noch nicht nutzen lassen. Hinzu kommt, dass die Web Apps kaum im Offline-Modus verwendet werden können, da die Kapazitäten bei der Offline-Nutzung hier nur sehr beschränkt sind. Möchte man bei einer Web App dennoch ein ansprechendes Design mit nativem Look and Feel erzeugen, so kann dies nur mit einem sehr hohen Aufwand erreicht werden.
Durch den Einsatz der Technologien HTML, JavaScript und CSS ist der Unterschied zwischen Web Apps und “normalen” Webseiten sehr schwer zu erkennen.

Neben dem Begriff der Web Apps lassen sich auch noch die Mobilen Webseiten nennen. Diese sind im Grunde genommen mit den Web Apps gleichzustellen, wenn man deren Funktionen betrachtet. Einen kleinen Unterschied gibt es aber dennoch. Während Web Apps als App Container mit Hilfe eines mobilen Browsers geladen werden, werden Mobile Webseiten über die jeweilige Browser App auf dem Endgerät aufgerufen.

Mobile phone with keys

Hybride Apps

Hybride Apps stellen eine Kombination aus den Web und Nativen Apps dar, wofür Technologien wie HTML5, JavaScript, CSS und Adobe Air genutzt werden. Das übliche Vorgehen hierbei ist, dass zuerst eine Web App programmiert wird. Danach werden diese Apps durch einen nativen Container, wie beispielsweise von PhoneGap, mit einer hybriden mobilen Architektur verbunden. Dabei ruft die App den Browser des jeweiligen Endgerätes auf, wobei der Container die klassischen Elemente des Browsers (wie zum Beispiel die Menüleiste) verbirgt. Der native Container ist folglich auch dafür zuständig, dass die unterschiedlichen Plattformen für iOS, Android und Windows bedient werden können.

Dennoch gibt es einige Nachteile bei der Verwendung von Hybriden Apps. Da sie auf Web Apps basieren, sind die Hybriden Apps nicht so nah am Betriebssystem des jeweiligen Endgerätes wie die Nativen Apps. Dies hat zur Folge, dass sowohl das Look and Feel als auch das Interaktionsdesign der einzelnen Plattformen nur begrenzt beachtet werden können. Darüber hinaus besteht die Option, dass es bei der Nutzung einer Hybriden App zu längeren Ladezeiten kommen kann, da hier immer mit dem Webbrowser als “Zwischenschicht” agiert wird. Bekannte Beispiele für Hybride Apps sind Sugar CRM, JustWatch, ADAC Mitfahrclub und Stylecheck.

Native Apps

Native Apps werden speziell für eine Plattform entwickelt und sind somit auch an diese angepasst, wodurch sie nur auf der entsprechenden Zielplattform nutzbar sind. Da jede Plattform eine eigene spezifische Programmiersprache hat, ist der Programmier- und Entwicklungsaufwand der Nativen Apps ziemlich hoch. Dies hat zur Folge, dass eine Native App für jedes Endgerät einzeln entwickelt werden muss. Allerdings sind die Nativen Apps dem Nutzer am bequemsten und bieten im Gegensatz zu anderen Apps den größten Vorteil. Dieser besteht darin, dass ein Zugriff auf plattformspezifische Hard- und Software (GPS, Mikrofon, Kamera, Dateien) möglich ist und diese Apps ohne Internetverbindung funktionieren. Bekannte Beispiele für Native Apps sind ebay und Wunderlist.

Übersicht der Funktionen

Kamera-Zugriff GPS-Daten InApp-Käufe und Abos
Native Apps x x x
Hybride Apps x x x
Web Apps x
Mobile Webseiten x

Vor- und Nachteile

Web App

Bei Web Apps verwenden wir üblicherweise die Werkzeuge HTML 5, CSS und JavaScript.

Vorteile Nachteile
Hohe Reichweite da Betriebssystem unabhängig auf native Funktionen (z.B. Kamera) kann nicht zugegriffen werden
Sehr viele Entwickler, Anbieter kaum Hardwareunterstützung
Sichtbarkeit in Google Suche kein Offline-Modus
Natives Look and Feel nur durch hohen Aufwand möglich

Hybride App

Bei Hybriden Apps verwenden wir üblicherweise HTML 5, CSS, JavaScript, Adobe Air und Native System-Funktionen.

Vorteile Nachteile
Große Teile des Quellcodes sind für alle Plattformen gleich Natives Look and Feel nur zu „80%“
Geringere Entwicklungskosten für mehrere Plattformen Kompromisse für jede Plattform
Zugriff auf Systemfunktionen nicht so nah am Betriebssystem wie native Apps
Sichtbarkeit in App Stores Probleme in der Performance können auftreten (vor allem bei komplexeren Anwendungen)

Native App

Bei Nativen Apps verwenden wir üblicherweise native System-Funktionen.

Vorteile Nachteile
Alle Systemfunktionen nutzbar Plattformspezifische Entwicklung und Kenntnisse erforderlich
Optimiert für ein bestimmtes Betriebssystem
Gewohntes Look and Feel
Sichtbarkeit in App Stores

Zusammenfassung

  1. Web Apps sind reine Online Apps
  2. Web Apps sind schnell und kostengünstig zu realisieren
  3. Hybride Apps eignen sich für einfache Anwendungen, die sich auf verschiedenen Plattformen kaum unterscheiden
  4. Beste Performance und Hardwarekompatibilität mit Nativen Apps
  5. Wann sich welche Technologie anbietet, muss im Einzelfall betrachtet werden

Entscheidung treffen

Für welche Form der App man sich letztendlich entscheidet, sollte vordergründig nicht davon abhängen, welche Technologie Sie nutzen wollen. Vielmehr ist es wichtig zu entscheiden, welchen Nutzen die App mit sich bringen soll und für welches Projekt diese entwickelt werden soll. Darüber hinaus muss sowohl das Budget als auch die Zielsetzung der App festgelegt werden. Welche Technologie sich anschließend anbietet, wird im Einzelfall entschieden.

Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Art von App es bei Ihnen genau werden soll, so gibt es einige Kriterien, anhand derer die Wahl auf eine bestimmte Form einfacher gestaltet werden kann:

  1. Performance: Hier liegen die Nativen Apps klar vorne. Durch ihre Spezialisierung auf eine Plattform belasten sie die Hardware-Ressourcen nur gering, sodass die App-Geschwindigkeit nicht leidet. Da Geschwindigkeit eines der wichtigsten Kriterien im Hinblick auf die App-Bewertung ist, spielt dies hier eine wichtige Rolle.
  2. Offline nutzbar: Sowohl die Nativen, als auch die Hybriden Apps können unabhängig von der Internetverbindung genutzt werden.
  3. Zugriff auf native Funktionen: Dieses Kriterium ist das wichtigste Argument, welches für eine Native App spricht. Denn bei diesen Apps kann auf die spezifischen Funktionen des Betriebssystems zugegriffen werden (Push-Nachrichten, GPS, Kamera, etc.).

Fazit

Wer vergleichbar günstig und schnell eine App entwickeln lassen möchte, die für mehrere Plattformen geeignet ist, der kann sich durchaus für eine Hybride App entscheiden. Web Apps hingegen kommen zum Einsatz, wenn der Zugriff auf native Funktionen stark im Hintergrund steht und man den Fokus mehr darauf setzen möchte, plattformunabhängig mit der App agieren zu können.

Allerdings heben sich Native Apps deutlich bei Performance, Bedienbarkeit und der Hardware-Kompatibilität ab. Sie eignen sich für viele unterschiedliche App-Kategorien, darunter zum Beispiel Soziale Netzwerke, Unterhaltungs- oder Navigationsanwendungen. Falls Sie also an einer hochqualitative App interessiert sind, bei der alle Hardware-Funktionen des Endgeräts genutzt werden können, die einen hohen Funktionsumfang hat und einen klaren Mehrwert bietet, dann fällt die Wahl eher auf eine Native App.

Gerne beraten wir Sie bei Ihrer App Entwicklung.



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